Josef Schützenhofer
„Angst habe ich keine, aber Respekt!“
Josef Schützenhofer ist seit Jahren Österreichs bester Trickreiter. Seine waghalsigen Stunts lassen dem begeisterten Publikum in ganz Europa immer wieder den Atem stocken. Immerhin stürzt er sich im Jagdgalopp von einem feurigen Hengst, lässt sich am Boden nachschleifen oder springt bei hohem Tempo vom Pferd zu Boden, um nach der Landung sofort übers Pferd zu springen, auf der anderen Seite kurz den Boden zu berühren und danach flugs wieder im Sattel zu landen. Wer meint, dass es sich dabei um ein kleines Pony handelt, über das man „ganz einfach drüber springt“, der irrt gewaltig. Schützenhofer schwört auf imposante Hengste. Besonders bekannt ist „Pablo“, sein spanischer Schimmelhengst, der Schützenhofer seit einigen Jahren auf zahlreichen Shows in ganz Europa begleitet. „Ich mag spanische Pferde, weil sie viel mehr Ausdruck haben als andere Pferderassen. Wenn man mit einem Spanier in die Arena reitet, sieht das einfach gut aus – diese Pferde sind für Pferdeshows geboren. Sie haben eine atemberaubende Präsenz auf der Bühne, man könnte sagen, sie tanzen – und genießen dabei das Bad in der Menge und den Applaus“, schwärmt Josy, wie Schützenhofer von seinen Freunden genannt wird.
Mit Winnetou und Old Shatterhand
Schützenhofers Karriere als Pferde-Stuntman begann vor mehr als fünfzehn Jahren, als er erstmals bei den Karl-May-Festspielen in Winzendorf als Reitstatist mitwirkte und erste Tricks am Pferd zeigte. „Meine Begeisterung für Pferde zeigte sich schon früh. Ich begann mit 8 Jahren zu reiten. In den Ferien besuchte ich mit meinen Freunden immer wieder die Karl-May-Festspiele in Winzendorf, die nur 16 km von meinem Heimatort entfernt sind. Ich war total begeistert davon, was die Indianer und Cowboys dort machten. Irgendwann versuchte ich auf einer Wiese beim Stall meine ersten Tricks am Pferd“, erzählt Josy von seinen Anfängen.
Not macht erfinderisch
Seine ersten Tricks machte er auf der Haflingerstute seiner Schwester mit einem Westernsattel. Doch bald war klar, dass er – um wirklich das zu zeigen, was er konnte – nicht um eine professionelle Ausrüstung umhin kam. Anfänglich borgte er sich bei einem Freund einen Tricksattel zum Trainieren aus. „Bei den ersten Shows teilten wir uns sogar Pferd und Sattel, das heißt, wenn drei Längen Trickreiten zu machen waren, ritt mein Kumpel zwei und ich eine Länge“, erzählt Schützenhofer von seinen Anfängen. „Irgendwann war mir klar, dass ich ein eigenes Pferd brauche. Also hab’ ich mir dann schnell eines gekauft“, schmunzelt der Stuntman und fährt fort: „Traberwallach ‚Smash’ wurde mein erstes Showpferd. Allerdings hatte ich nur drei Wochen Zeit, um ihn auf die Shows vorzubereiten. Zwei Wochen dauerte es, bevor ich ihn halbwegs reiten konnte, dann blieb mir eine Woche Zeit, um Smash ans Trickreiten zu gewöhnen. Danach stand nämlich schon der erste Auftritt in der Arena Nova an.“
Pferdeshows in ganz Europa
Der gebürtige Niederösterreicher war im Laufe der letzten fünfzehn Jahre in unzähligen Shows zu sehen. Die Trickreitshows erfreuen sich größter Beliebtheit in diversen Showprogrammen auf Pferdemessen oder bei großen, internationalen Turnieren. Schließlich bieten sie dank purer Action ein bisschen Unter anderem ritt er bei Pferdemessen in der Arena Nova, in Wels, Klagenfurt, Graz, bei verschiedenen Karl-May-Festspielen, unter anderem in Winzendorf (Niederösterreich), Weitensfeld (Kärnten) und Gföhl (Niederösterreich). Aber auch als Ritter schlägt Schützenhofer sich wacker: so gehörte er zum Team des in ganz Europa bekannten französischen Stuntreiters Mario Luraschi. An dessen Seite ritt er im Europapark in Rust, beim Kaltenberger Ritterturnier und im französischen Schloss Chambord in die Schlacht und begeisterte wiederum Tausende mit seinen gefährlichen Darbietungen.
Der mit dem Adler reitet
Eigentlich gibt es nichts, was Schützenhofer mit seinen Pferden noch nicht ausprobiert hat. Von der klassischen Reitweise übers Trickreiten reicht sein Repertoire bis hin zu Zirkuslektionen. Erst kürzlich wagte er sich an eine neue Herausforderung: Adlerflug zu Pferd. „Ein Adler hat eine Flügelspannweite von bis zu zwei Metern und wiegt ungefähr acht Kilogramm. Der Reiter schwingt des Adlers Beute in einem doppelt genähtem Handschuh aus Büffelleder, woraufhin der Adler seine Beute anfliegt. Wichtig ist, dass das Pferd ruhig und gelassen bleibt, wenn der Raubvogel es anvisiert und dann auch noch im nicht einsehbaren Bereich des Pferdes, also am Arm des Reiters, landet“, schildert der, der mit dem Adler reitet.
Überschlag mit Kutsche
2010 wirkte Schützenhofer auch in der Produktion von „Ben Hur Live“, der größten und teuersten deutschen Bühnenshow aller Zeiten mit. Das begeisterte Publikum in London, Hamburg, Stuttgart, München und Zürich hielt den Atem an, als Schützenhofer sich mit einer Quadriga (Anm. Kutsche mit vier Pferden, die nebeneinander eingespannt sind) überschlug.
Respekt, aber keine Angst
Wer sich fragt, ob es irgendeinen Stunt mit Pferden gibt, den Schützenhofer nicht macht, der bekommt vom smarten Dreißigjährigen folgende Antwort: „Im Grunde mache ich alles, was irgendwie machbar ist. Dabei lege ich aber immer großen Wert auf das Wohl meiner Pferde. Ich würde keinen Stunt machen, bei dem die Gefahr bestünde, dass ein Pferd zu Schaden kommt.“ Dass Josy keine Angst kennt, sieht man nicht nur, man merkt es auch. „Angst habe ich keine, aber Respekt. Angst ist fehl am Platz, wenn man als Stuntman arbeitet. Aus Angst resultieren Fehler, die in diesem Geschäft lebensgefährlich sind“, erklärt Schützenhofer.
Als Double und Stuntman in Film & Fernsehen
Schützenhofer und seine Pferde waren schon in etlichen Filmproduktionen und TV-Serien zu sehen, unter anderem:
- „Snow White“ 2011
- SOKO Donau, 2010 Josef Schützenhofer mit Traberwallach „Smash“
- THE MUSKETEER, 2001, Abenteuerfilm, Regie: Peter Hyams Josef Schützenhofer mit ...
- THE THREE MUSKETEERS 3D, Filmstart: Oktober 2011 Josef Schützenhofer mit ...
- MEDIKOPTER 117, TV-Serie
- TIERÄRZTIN DR. MERTENS, TV-Serie
- DIE DEUTSCHEN, TV-Serie
- LIEBE, LÜGEN, LEIDENSCHAFT, TV-Serie, 2001 - 2002
- WANTED mit Alfred Dorfer, 1999
- BRIDE OF THE WIND, 2001
Spannung garantiert:
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